Verträge für Auftritte: was rein muss (ohne Anwalt)
Gage, Ausfall, Technik, Anzahlung: Die Bausteine eines fairen Auftrittsvertrags, verständlich erklärt.
Ein Auftrittsvertrag muss nicht in Juristendeutsch geschrieben sein. Er soll dafür sorgen, dass beide Seiten dasselbe erwarten und du im Ernstfall nicht auf den Kosten sitzen bleibst. Vorweg: Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern eine praktische Checkliste.
Warum überhaupt schriftlich?
Mündliche Zusagen sind gültig, aber im Streitfall wertlos, wenn keiner sie beweisen kann. Ein schlichter Vertrag oder eine schriftliche Auftragsbestätigung schützt dich vor „Das war doch anders vereinbart".
Die Bausteine, die rein gehören
- Parteien: wer bucht wen, mit vollständigen Adressen.
- Leistung: was genau du machst: Dauer, Programm, Auf- und Abbau.
- Ort und Zeit: Datum, Uhrzeit, Ort, Ankunft, Bühnenzeit.
- Gage: Betrag, netto oder brutto, plus Anfahrt und Nebenkosten.
- Zahlung: Anzahlung, Restbetrag, Frist, Zahlungsweg.
- Technik: wer Ton, Licht, Strom und Bühne stellt (siehe Technik-Rider).
- Ausfall & Absage: was gilt, wenn abgesagt wird, egal von wem.
- Höhere Gewalt: Unwetter, Krankheit, behördliche Auflagen.
Die Ausfallklausel: dein wichtigster Satz
Regle klar, was bei Absage gilt: Sagt der Kunde kurzfristig ab, bleibt oft ein Teil der Gage fällig, weil du den Abend geblockt und andere Anfragen abgesagt hast. Üblich ist eine Staffelung: Je näher am Termin, desto höher der fällige Anteil. Fällst du selbst aus, biete Ersatz oder Rückerstattung an. Das schützt deinen Ruf.
Anzahlung sichert beide Seiten
Eine Anzahlung bei Buchung (z. B. ein Drittel) macht die Zusage verbindlich und senkt No-Shows. Für den Kunden ist sie ein fairer Standard und kein Zeichen von Misstrauen.
Nutzungsrechte bei Foto und Video
Wenn Aufnahmen vom Auftritt entstehen: Wer darf sie wofür nutzen? Ein Satz dazu erspart später Ärger, gerade wenn du Mitschnitte für Social Media verwenden willst.
Einmal aufsetzen, immer wiederverwenden
Du brauchst nicht für jede Buchung einen neuen Vertrag. Eine saubere Vorlage mit Platzhaltern für Datum, Gage und Ort genügt. Du füllst sie pro Event in Minuten aus und gibst sie dem Kunden als PDF.
Fazit
Ein guter Vertrag schafft Klarheit, mit Misstrauen hat er nichts zu tun. Wer Leistung, Gage, Zahlung und Ausfall sauber regelt, ist gegen die meisten Streitfälle gewappnet.