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    Business 8 Min.18. Apr 2026

    Preise kalkulieren als Künstler — Gagen richtig ansetzen

    Nicht raten, rechnen: So findest du deine Untergrenze, deinen Zielpreis und die Gage, die du selbstbewusst nennst.

    „Was nimmst du denn so?" — die Frage, bei der viele Künstler ins Schwitzen kommen. Wer aus dem Bauch antwortet, liegt fast immer zu niedrig. Besser: eine einfache Kalkulation, die du einmal aufbaust und dann nur noch anpasst.

    Zuerst: deine Untergrenze

    Deine Untergrenze ist der Preis, unter dem sich ein Auftritt nicht lohnt. Rechne ehrlich zusammen, was ein Abend dich wirklich kostet:

    • Deine Zeit — nicht nur die Bühnenzeit, auch Anfahrt, Aufbau, Soundcheck, Abbau.
    • Direkte Kosten — Sprit, Übernachtung, Verpflegung, Verschleiß an Technik und Requisiten.
    • Fixkosten anteilig — Versicherung, Website, Software, Equipment-Rücklage.
    • Rücklage für Steuer — ein Teil der Gage gehört dem Finanzamt, nicht dir.

    Was übrig bleiben soll, ist dein Gewinn. Alles darunter ist ein Zuschussgeschäft.

    Dann: dein Zielpreis

    Die Untergrenze ist nicht dein Preis — sie ist dein Boden. Dein Zielpreis liegt deutlich darüber und richtet sich nach dem Wert für den Kunden: Eine Firmenfeier mit 200 Gästen hat ein anderes Budget als eine private Feier im Garten. Derselbe Akt, anderer Preis.

    Drei Fehler, die klein halten

    1. 01Zu billig starten — niedrige Einstiegspreise ziehen preissensible Kunden an, aus denen du schwer wieder herauskommst.
    2. 02Alles pauschal — wer nur eine Zahl nennt, lädt zum Feilschen ein. Positionen aufschlüsseln nimmt der Diskussion die Schärfe.
    3. 03Anfahrt verschenken — 200 km hin und zurück sind ein halber Arbeitstag. Das gehört auf die Rechnung, nicht in die Kulanz.

    Pakete statt Stundensatz

    Ein Stundensatz verkauft Zeit — aber Kunden kaufen ein Ergebnis. Schnür lieber Pakete: Basis (Show pur), Plus (Show + Technik + Anfahrt), Premium (mit Sonderwünschen). Der Kunde wählt, statt zu verhandeln.

    So hilft dir das System

    Wenn du deine Kalkulation einmal in wiederverwendbaren Angebotsvorlagen hinterlegst, steht der Preis bei der nächsten Anfrage in Minuten — inklusive Anfahrt, Optionen und Netto/Brutto. Kein Bauchgefühl, keine vergessene Position.

    Fazit

    Ein guter Preis ist gerechnet, nicht geraten: Untergrenze kennen, Zielpreis bewusst setzen, in Paketen denken. Dann nennst du deine Gage, ohne dich zu rechtfertigen.

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